| Erste Exhumierung |
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| Im Herbst 1909 war der bischöfliche Informativprozess (zur Feststellung des Rufes der Heiligkeit, der Tugenden und Wunder der Bernadette) abgeschlossen: Danach musste zum ersten Mal die „Wiedererkennung des Leichnams“ durchgeführt werden, d.h. die juristische und kanonische Identifizierung des Körpers und die medizinischen Beschreibung seines Zustands. |
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| Die erste Exhumierung fand also am Mittwoch, den 22. September 1909, statt. Die offiziellen Urkunden, die in den Archiven von Saint-Gildard aufbewahrt werden, gestatten es, den Vorgang der „Wiedererkennung“ Zug um Zug verfolgen: |
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| Es ist 8.30 Uhr. Monseigneur Gauthey, Bischof von Nevers, und der kirchlichen Gerichtshof betreten die grosse Klosterkapelle. Ein Tisch, auf dem die Evangelien liegen, ist am Eingang zum Altarraum aufgestellt. Nacheinander schwören drei Zeugen ( der Abbè Perreau, die Oberin Marie-Josèhpine Forestier und ihre Stellvertreterin), die beiden Ärzte (Dr. Jourdan und Dr. David), die Maurer Gavillon und Bouè und die Schreiner Cognet und Mary eidlich, die Wahrheit zu sagen, Die Gruppe begibt sich anschließend in die St.Josephs-Kapelle. Der Bürgermeister der Stadt und sein Stellvertreter haben darauf bestanden, die juristischen Formalitäten selbst durchzuführen. |
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| Der Gruft-Deckel wird abgehoben, der Sarg wird sichtbar. Die Arbeiter tragen ihn in den „Pavillon“ und setzen ihn auf zwei mit Leintuch bedeckten Gerüsten ab. Ein weiss verkleideter Tisch daneben ist zur Aufnahme des Leichnams oder, je nachdem, der Gebeine der Bernadette vorbereitet. Der Holzsarg wird geöffnet, der Bleisarg aufgeschnitten. Der Leichnam der Bernadette wird sichtbar: Er ist völlig erhalten. Nicht der geringste üble Geruch. Die Schwestern, die sie vor dreißig Jahren begraben hatten, bemerken, dass sich Gesicht und Leib nicht verändert haben. |
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| Von hier an wollen wir den beiden vereidigten Ärzten das Wort überlassen: |
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| „Man öffnete den Sarg: ausser uns waren anwesend der Bischof, der Bürgermeister, sein Stellvertreter und mehrere Kanoniker. - Wir nahmen nicht den geringste Geruch wahr. - Der Leichnam war von der Ordenstracht bedeckt, diese war feucht. - Nur Gesicht, Hände und Unterarme lagen bloss. |
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| Der Kopf war nach links geneigt, das Gesicht mattweiss. Die Haut lag auf den Muskeln, diese lagen auf den Knochen auf. - Die eingesunkenen Lider bedeckten die Augen. - Die Brauen lebten an der Haut über den Knochen der Augenhöhle, ebenso die Wimpern des rechten Oberlids. - Die Nase war spitz und pergamentartig. - Der halbgeöffnete Mund liess die noch festsitzenden Zähne erkennen. - Die auf der Brust gefalteten Hände waren mit den Nägeln völlig erhalten und trugen noch einen vom Rost zerfressenen Rosenkranz. - Auf den Unterarmen konnte man das Muster der Adern erkennen. |
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| Die Füsse waren wie die Hände wächsern wie Pergament, trugen noch die Nägel (ausser einem, der bei der Waschung des Leichnams entfernt worden war). |
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| Nach Entfernung der Kleider und des Kopftuches wurde der ganze Körper sichtbar, pergamentartig, starr und hohl in allen Teilen. |
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| Die kurzgeschnittenen Haare klebten am Schädel und an der Kopfhaut. - Die Ohren waren vollständig erhalten. - Die linke Körperhälfte von der Hüfte an aufwärts lag etwas höher als die rechte. |
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| Der Leib war eingesunken und klang wie der ganze Körper beim Anschlag hohl wie Karton. Das linke Knie war weniger dick als das rechte. - Die Rippen standen leicht hervor, genau wie die Muskeln der Glieder. |
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| Der Leichnam war so starr, dass man ihn leicht zum Waschen wenden konnte. |
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| Die untere Körperhälfte war leicht geschwärzt, wohl wegen der grossen Menge Holzkohle, die man dem Sarg beigegeben hatte. |
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| Zum Zeichen dessen, dass wir die vorliegende Urkunde in Übereinstimmung mit den Tatsachen ausgestellt haben: |
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| Zu Nevers, am 22.September 1909. Dr. Ch. David, Dr. A. Jourdan.“ |
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| Die Schwestern wuschen den Leichnam und legten ihn in einen neuen Sarg, zinkverkleidet und mit weisser Seide ausgeschlagen. Während der wenigen Stunden, die er der Luft ausgesetzt gewesen war, hatte sich der Leichnam geschwärzt. |
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| Der Doppelsarg wurde verschlossen, verlötet, verschraubt und mit sieben Siegeln versiegelt. |
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| Schließlich trugen die Arbeiter den Leichnam der Bernadette in die Gruft zurück. Um 17.30 Uhr war alles beendet. |
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| (Die vollständige Erhaltung des Leichnams der Bernadette braucht kein Wunder zu sein: Es ist bekannt, dass sich die Leichen Verstorbener an bestimmten Plätzen sehr lange erhalten und allmählich mumifizieren. Trotzdem kann man sagen, dass dieser Vorgang im Falle der Bernadette erstaunlich war: Ihre Krankheiten, der Zustand des Körpers beim Tode, die Feuchtigkeit der Gruft in der St. Josphs-Kapelle (feuchte Bekleidung, verrosteter Rosenkranz, Grünspan auf dem Kruzifix) schienen den Verfall des Fleisches eher zu begünstigen. Es muss daher genügen, wenn wir uns freuen, dass Bernadette eines seltenen biologischen Phänomen teilhaftig wurde. Von einem Wunder im strengen Wortsinn sollte man jedoch nicht sprechen) |
| Zweite Exhumierung |
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| Am 13. August 1913, leitete Papst Pius X., gestützt auf einen Entscheid der Ritenkongregation, das Selig und Heiligsprechungsverfahren für Bernadette Soubirous ein und unterzeichnete das „Dekret ihrer Verehrungswürdigkeit“. Der Krieg verhinderte die Durchführung des Verfahrens. Man musste bis 1918 warten. |
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| Damals war Mgr. Chatelus Bischof von Nevers. |
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| Eine neue Wiedererkennung des Leichnams der „Verehrungswürdigen“ wurde nötig. Die Ärzte Dr. Talon und Dr. Comte wurden mit der Durchführung des Gutachtens beauftragt. Es fand am 3. April 1919 in Gegenwart des Bischofs, des Polizei-Kommissars, sowie Vertretern der Gemeinde und des kirchlichen Gerichtshofs statt. |
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| Die Ableistung der Eide, die Öffnung der Gruft, die Überführung des Leichnams, die Beisetzung in einem neuen Sarg - alles verlief wie bei der ersten Exhumierung und gemäss den Erfordernissen des Zivil und des Kirchenrechts. Wichtige Einzelheit: Nach der Begutachtung wurde jeder der beiden Ärzte in ein Einzelzimmer eingeschlossen und fasste seinen Bericht ohne Möglichkeit der Beratschlagung mit seinem Kollegen ab. |
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| Die beiden Berichte stimmten untereinander und mit den Gutachten der Ärzte Jourdan und David von 1909 völlig überein. Neu am Zustand des Leichnams waren das Auftauchen „einiger Stockflecken und einer Salzschicht (anscheinend kalkhaltige Salze)“, wahrscheinlich infolge der Waschung des Leichnams bei der ersten Exhumierung. Wir wollen hier nur die ersten Zeilen des Berichts von Dr.Comte zitieren: |
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| „Bei Öffnung des Sarges erschien der Leichnam völlig erhalten, ohne Geruch (Dr. Talon schreibt genauer: „Kein Verwesungsgeruch machte sich breit, keine der anwesenden Personen fühlte sich belästigt“}, fast mumifiziert, von einigen Stockflecken und einer ziemlich dicken Salzschicht bedeckt, die aus Kalksalzen zu bestehen schien. Das Skelett war unversehrt, und der Leichnam konnte ohne Schwierigkeiten auf einen Tisch befördert werden. An einigen Stellen war die Haut abgeblättert, doch auf dem Grossteil des Körpers noch vorhanden. Einige Adern sprangen noch hervor.“ |
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| Am gleichen Abend, gegen 17 Uhr, wurde der Leichnam, in Anwesenheit des Bischofs, der Generaloberin Forestier und des Polizei-Kommissars, wieder in der St-JosephsKapelle beigesetzt. |
| Dritte Exhumierung |
| und Entnahme der Reliquien |
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| Am 18. November 1923 bestätigte der Papst die heroische Tugend der Bernadette. Der Weg zur Seligsprechung war damit frei. |
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| Zur Verkündung der Seligsprechung war die Durchführung einer dritten und letzten " Wiedererkennung des Leichnams" nötig. Im Verlauf dieser Exhumierung sollten ihm auch die Reliquien entnommen werden, die dann nach Rom, Lourdes und in die Häuser der Kongregation entsandt werden sollten. |
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| Die Ärzte Dr.Talon und Dr. Comte wurden erneut mit der Begutachtung des Leichnams betraut und Dr.Comte als Chirurg zusätzlich mit der Entnahme der Reliquien. |
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| Die Zeremonie fand am 18. April 1925, zwei Tage nach dem 46sten Todestag der Bernadette statt. Sie fand nach kanonischem Recht nochmals unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil die Seligsprechung noch nicht verkündet worden war. Ausser den Klosterfrauen wohnten ihr der Bischof, die Hauptvikare, der Kirchengerichtshof, zwei „amtliche“ Zeugen, die beiden Ärzte, Polizei-Kommissar Mabille und Leon Bruneton als Vertreter der Stadtgemeinde bei. |
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| Um 8.30 Uhr schworen in der Klosterkirche die beiden mit der Begutachtung des Leichnams zwecks dessen offizieller Wiedererkennung betrauten Ärzte sowie die Maurer und Schreiner, die die Gruft zu öffnen und den Sarg zu heben hatten, die üblichen Eide auf der Bibel. „Ich schwöre und gelobe, getreulich das Amt zu erfüllen, das mir anvertraut wurde, und die Wahrheit in allen Antworten auf die Fragen zu sagen, die mir gestellt werden, sowie auch in meinen schriftlichen Berichten über die Begutachtung des Leichnams der Verehrungswürdigen Dienerin Gottes, Schwester MarieBernard Soubirous, und über die durchzuführende Entnahme der Reliquien. Das schwöre und gelobe ich. Mögen Gott und seine Heiligen Evangelien mir dabei helfen.“ So sprachen die Ärzte. Und die Arbeiter: „Die Hand auf den Evangelien Gottes schwöre und gelobe ich, getreulich das mir aufgetragene Werk zu erfüllen. Mögen Gott und seine Heiligen Evangelien mir dabei helfen.“ |
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| Danach wurde der Sarg der Bernadette feierlich von der St.Josephs in die St.Helena-Kapelle befördert. Wir veröffentlichen hier im Faksimile die vier Seiten des Berichts von Dr. Talon. |
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| Im folgenden ausserdem einige Abschnitte aus dem Bericht des Dr. Comte: |
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| „Auf Anweisung des Bischofs von Nevers löste und entnahm ich als Reliquie die vorderen Teile der fünften und sechsten Rippe der rechten Seite und stellte dabei fest, dass sich im Brustkorb eine feste Masse befand: die vom Zwerchfell bedeckte Leber. So entnahm ich als weitere Reliquie ein Stück der beiden, wobei ich feststellte, dass die Leber in bemerkenswert gutem Zustand erhalten war. Ausserdem löste ich die beiden von Verwachsungen umgebenen Kniescheiben samt anhängender Haut und Kalkschicht ab, ferner schliesslich zwei Muskelpartien von den Aussen- und Innenseiten der Schenkel. Auch diese beiden Muskelstücke waren sehr gut erhalten und wiesen keinerlei Spuren von Verwesung auf.“ - Dr. Comte fügt hinzu: „Aus der Begutachtung schloss ich, dass der Leichnam der Verehrungswürdigen Bernadette völlig erhalten war, das Skelett unversehrt, die Muskeln geschrumpft, aber gut erhalten; die wächserne Haut hatte lediglich unter der Feuchtigkeit des Sarges insofern gelitten, als sie grau geworden war und von Stockflecken und einer Menge Kristalle und Kalksalze bedeckt war. Doch war der Leichnam weder verwest noch verfallen, wie das nach derart langem Aufenthalt in einer Erdgruft normal und üblich ist.“ |
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| Drei Jahre später, 1928, veröffentlichte Dr. Comte in der Nr.2 der Zeitschrift der Medizinischen Vereinigung von Notre-Dame-de-Lourdes einen „Bericht über die Exhumierungen der Glückseligen Bernadette“. Dort schreibt er: |
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| „Ich wollte an sich den Brustkorb auf der linken Seite öffnen, um ihm die Rippen als Reliquien zu entnehmen sowie auch das Herz, das sicher noch erhalten war. Aber wegen der Neigung des Rumpfes gegen den linken Arm war es zu schwierig, nach diesen Organen zu suchen, ohne den Leichnam zu sehr zu beschädigen. Da die Ehrwürdige Mutter Oberin zudem das Herz der Heiligen mit dem ganzen Körper aufbewahren wollte, und der Bischof nicht auf der Entnahme bestand, verzichtete ich auf Öffnung der linken Seite des Brustkorbs und begnügte mich mit der Entnahme zweier Rippen auf der rechten Seite, was leichter durchführbar war.“ |
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| Der wohlerhaltene Zustand der Leber beeindruckte den Chirurgen besonders: „Was mir bei der Begutachtung auffiel, war die völlige Unversehrtheit des Skeletts, der Nervenstränge, der Sehnen und der Haut, die Geschmeidigkeit und Spannkraft der Muskeln und vor allem der unerwartet gute Zustand der Leber nach 46 Jahren. Dieses mürbe und weiche Organ sollte eigentlich besonders rasch verwesen oder verkalken und hart werden, doch als ich es anschnitt, war es immer noch geschmeidig und fast normal; ich wies auch die Anwesenden daraufhin und erklärte ihnen, dass mir die Tatsache kaum noch natürlich erscheine.“ |
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| Nach diesen chirurgischen Eingriffen musste Dr. Comte den Leichnam in Binden einwickeln und liess nur Gesicht und Hände frei. Der Leichnam der Bernadette wurde dann wieder in den Sarg gelegt, jedoch blieb dieser offen. |
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| Man nahm dann durch Abguss einen Gesichtsabdruck ab, aufgrund dessen die Firma Pierre Imans (Paris) anhand einiger authentischer Fotos eine leichte Wachsmaske herstellte. Denn man sorgte sich, dass das geschwärzte (wenngleich mumifizierte) Gesicht mit den eingefallenen Augen und Nase auf das Publikum abstossend wirken könnte. Aus dem gleichen Grunde machte man auch einen Abdruck der Hände, wobei man sich hütete, irgendwie deren Stellung im Sarg zu verändern. |
| Am 14. Juni 1925 erklärte Pius XI. Bernadette offiziell für seliggesprochen. Noch aber war der in den Werkstätten der Firma Armand Caillat-Cateland in Lyon hergestellte Schrein nicht fertig. Erst am 18. Juli konnte der Leichnam der Bernadette in den Reliquienschrein eingeschlossen werden. An diesem Tage fand auch die sehr einfache Aufstellungszeremonie statt: Nachdem die kirchlichen Autoritäten festgestellt hatten, dass in der St. Helena-Kapelle sich alles noch im selben Zustand befand wie am 18. April, kleideten die Schwestern den Leichnam der Bernadette neu. Der Maskenbildner legte dann auf Gesicht und Hände die leichten Wachsmasken, die nach den Abdrücken hergestellt worden waren. Dann wurde der Leichnam auf einer weissen Bahre und zum Gesang des Offiziums heiliger Jungfrauen in den Saal des Noviziats getragen und schliesslich in den Schrein eingeschlossen. |
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| Am Abend des 3. August wurde der Schrein feierlich vom Noviziat in die Klosterkirche von St. Gildard überführt. Am 4., 5. und 6. August wurde ein festliches dreitägiges Hochamt zu Ehren der neuen Seligen abgehalten. |
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| „Ich werde Niemanden vergessen“ Heilige Bernadette |
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| Bernadette wie sie in ihrem Schrein liegt |
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| In diesen Augusttagen 1925 begann der lange Pilgerzug der Freunde der Heiligen Bernadette. Doch unter die andächtige Menge mischen sich auch oft bloss neugierige Touristen und sogar Skeptiker. Man fragt uns: „Ist das aber auch wirklich der Leichnam der Bernadette ? Und wenn er es ist, hat man ihn etwa nicht einbalsamiert?“ Die medizinischen Berichte über die drei Exhumierungen, die jedesmalige Anwesenheit weltlicher und geistlicher Autoritäten, die Strenge der kanonischen Vorschriften geben darauf eindeutig Antwort: Ja, das ist der Leichnam, der unversehrte Körper der Bernadette in diesem Schrein. Er befindet sich dort, nach medizinischer Ausdrucksweise, in quasimumifiziertem Zustand, nur einige Reliquien wurden ihm entnommen. Auf Gesicht und Hände wurden leichte Wachsmasken aufgelegt, die nach direkten Abdrücken und authentischen Fotos gegossen wurden. Um diese Tatsache zu bestreiten, so wunderbar sie auch erscheinen mag, müsste man den guten Glauben der Menschen bezweifeln, deren Zeugnis hier letzte Autorität hat: die Ärzte, die Polizeibeamten, die vereidigten Zeugen, die Mitglieder des Kirchengerichts. |
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| Ja, es ist der Leichnam der Bernadette in der Haltung der Andacht und des Gebets, den er im ersten Sarg angenommen hat. Dies ist das Gesicht, das sich achtzehnmal der "Dame von Massabielle" zuwandte. Dies sind die Hände, die den Rosenkranz vor und während der Erscheinungen beteten. Diese Finger haben im Erdreich gewühlt und aus ihm die wundertätige Quelle hervorspringen lassen. Diese Ohren haben die Botschaft gehört, diese Lippen haben dem Pfarrer Peyramale den Namen der Dame mitgeteilt: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis.“ |
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| Dies ist auch ihr Herz, das Jesus Christus, die Jungfrau Maria und alle Sünder so geliebt hat. Es genügt, diesen Leichnam in seinem Schrein zu betrachten, um sich plötzlich in Gegenwart der wunderbaren Ereignisse von Lourdes zu fühlen. Etwas von der Gnade von Massabielle dringt bis in unsere Seele ein! |
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| Rings um den Schrein laufen, in das Metall gegraben, die Worte der Jungfrau. |
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| Doch war das eigentlich nötig? Aus dem kleinen gebrechlichen Körper, der ganz in Gott zurückgenommen scheint, dringt eine lautlose Stimme bis in unser Innerstes ein. Hier ist Bernadette gegenwärtig. Hier betet Bernadette. Hier legt Bernadette Zeugnis ab. Wagen wir es zu sagen: Hier lebt Bernadette noch immer irgendwie. |
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| Und ihre Botschaft bricht noch immer so rein wie am ersten Tag hervor: Hier erfüllt Bernadette, täglich und für jeden Pilger, den ihr im Namen Gottes anvertrauten Auftrag der „Unbefleckten Empfängnis“: Immer wieder sagt sie uns dass Gott Liebe ist und dass er nicht aufhört uns aus der Finsternis unserer Sünde zu seinem wunderbaren Lichte zu rufen. |
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| Ich verspreche dir nicht, in dieser Welt glücklich zu sein, wohl aber in der anderen. |
| (Die Heilige Jungfrau Maria an Bernadette am 18. Februar 1858) |