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Lourdes
 
Bernadette nach
den Erscheinungen


1860 sucht Bernadette im Krankenhaus von LOURDES Schutz vor dem Wirbel um ihre Person. Dieses Krankenhaus wird von den Caritas und Schulschwestern geleitet, deren Mutterhaus in Nevers steht. Sie hilft hier den Schwestern in der Küche und im Garten.
 
Dadurch war sie ersteinmal den ganzen Neugierigen Leuten mit ihren Fragen nicht mehr present. Doch die bischöfliche Untersuchungskommission hat 4 Jahre lang sie beobachtet und geprüft. Er nach dieser Zeit erklärte die Kommission: „In Gottes heiligen Namen! Wir glauben, daß die Unbefleckte Gottesmutter Maria tatsächlich dem Mädchen Bernadette Soubirous erschienen ist. Die Erscheinung trägt alle Zeichen der Wahrheit und die Gläubigen sind berechtigt, sicher daran zu glauben.“
 
Am 3. Juli 1866 ging Bernadette in Begleitung einiger Schwestern vom Hospiz zum letzten Mal zur Grotte. Weinend küßte sie den Felsen und flüsterte: „Oh Mutter, Mutter, nie werde ich Dich vergessen können.“
 
Sie wandte sich rasch um und ging weg, ohne sich noch einmal umzusehen. Am nächsten Tag schon verließ sie ihre Geburtsstadt und den geliebten Felsen Massabielle für immer - sie hatte um Aufnahme in das Kloster Saint Gildard zu Nevers gebeten.
 
Bernadette tritt nun 1866 als Novizin in das Kloster von Nevers ein und pflegt von nun an Kranke.

 
Kloster Saint Gildard zu Nevers  - heute

 
Kloster Saint Gildard zu Nevers - heute
 
Hier kommt Sie am 07 Julie 1866 mit ihren 22 Jahren im Kloster zu Nevers an, mit ihrem Wunsch in einen Orden einzutreten.


Bernadette hat für die Gnade dieser Erscheinungen viel erleiden müssen, Verdächtigungen, Verleumdungen, Anfeindungen, nicht zuletzt von den Mitschwestern im Kloster von Nevers, in das sie eintrat.
 
Bernadette, im Alter von 22 Jahre, hatte dann den Wunsch bei den Schwestern in das Kloster einzutreten, die sie von klein auf kannten. Die Aufnahme in das Kloster wurde ihr dann auch gewährt. Leider war Bernadettes anschließender Weg nicht so einfach.
 
Man weiß, daß ein Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam, auch für die Seherin von Lourdes jahrelang erbeten, erkämpft und gewissenhaft vorbereitet sein wollte. Es gab durchaus ernst zu nehmende Bedenken gegen den Eintritt ins Noviziat von Saint Gildard. Sollte dieses anfällige, fast gebrechliche Mädchen wirklich zum entsagungsreichen Ordensleben berufen sein? Würde eine derart ungebildete und sicher auch nicht sehr bildungsfähige Schwester überhaupt in den Konvent passen? Muß man nicht gerade bei ihr besonders gewissenhaft prüfen, ob sie aus purem Ehrgeiz den Weg ins Kloster wählt? Und wie werden die Mitschwestern auf die „Neue“ reagieren – vielleicht wird sie „etwas Besseres“ sein wollen und sich deshalb nicht in die Gemeinschaft einordnen können. Fragen über Frage!
 
So lebte Bernadette in Sorge und Erwartung: Was soll sie tun? Wird Gott ihr ein Zeichen geben? Wird sie den rechten Weg finden und ihre Berufung erkennen?


Im Jahre 1863 kam Licht in diese Dunkel. Bernadette half damals der Krankenschwester im Hospiz und mußte sich um einige sehr schwierige Pflegefälle kümmern. Hier erlebte sie zum ersten Mal ihre eigene Begabung und erkannte ihre pflegerischen Fähigkeiten. Sich machte die beglückende Erfahrung, gebraucht zu werden und wirklich nützlich zu sein. Auch was sie als Schneiderin und Stickerin leistete, war beste Arbeit. Nebenbei betätigte sie sich noch als Kindermädchen – mit ausgezeichnetem Erfolg.
 
Als Kind einer sehr armen Familie, unterernährt und schlecht behaust, war Bernadette immer sehr anfällig gewesen. In ihrer Jugend litt sie an schmerzhaftem Asthma. Ihre schlechte Gesundheit verschloss ihr beinahe auf immer die Pforten zum religiösen Leben. „Aber, Herr Bischof, sie würde ein Stammgast unseres Krankenhauses sein“, erwiderte die Mutter Oberin Louise Ferrand Monseigneur Forcade, der ihr vorgeschlagen hatte, Bernadette unter die Schwestern von Nevers aufzunehmen.
 
In all dem sah Bernadette mit Recht Zeichen ihrer Berufung. Ein ernstes Gespräch mit Bischof Forcade von Nevers bestätigte die Lauterkeit ihres Wunsches und bestärkte ihren Entschluß.
 
Nach weiteren 3 Jahren, am 29. Juli 1866, wurde Bernadette zusammen mit 42 anderen Postulatinnen eingekleidet – jetzt war ihr Name: Schwester Marie Bernard.


Schon weinige Wochen danach mußte Schwester Marie Bernard die Krankenstation des Klosters beziehen und ihr Zustand verschlechterte sich von Tag zu Tag. Unter großen Schmerzen wurde sie zusehends schwächer. Aus diesen Tagen ist folgendes kurzes Gespräch überliefert, das die vorbildliche Geduld der Schwerkranken bezeugt. Die Oberin besuchte Marie-Bernard und sagte zu ihr: „Na, was machen sie denn da, kleine Faulenzerin?“
 
„Meine liebe Mutter, ich fröne meiner Beschäftigung“ – „Und was für eine Beschäftigung ist das?“ – „Kranksein“, antwortete Bernadette freundlich. Bischof Forcarde kam selbst ans Krankenbett und gab die Erlaubnis, daß die Kranke vorzeitig die Ordensgelübde ablegen dürfe. Marie-Bernard war zu schwach, um zu sprechen. So sprach ihr der Bischof die Worte der Gelübdeformel vor und Marie-Bernard antwortete nur „Amen“.


Im Frühjahr 1867 konnte Bernadette das Noviziat erneut aufnehmen, aber sie wurde nie wieder ganz gesund. Sie blieb zeitlebens eine Leidende – ihr Leiden aber waren nicht nur körperlicher Art. Die Mitschwestern in Saint Gildard hatten leider nicht alle das rechte Verständnis für die einfach und doch sehr sensible Bernadette.
 
Es gab Ungerechtigkeiten, manch unverdiente Härte und wohl auch Demütigungen. Weil die Noviziatsleiterin und Bernadette sehr unterschiedliche Temperamente hatten, ganz verschieden erzogen worden waren und auch ihre geistigen Interessen weit auseinandergingen, ergaben sich für beide immer wieder Konflikte. Einmal wurde Bernadette gefragt, ob sie über das Verhalten der Novizenmeisterin nicht empört sei. „Oh nein“ rief Bernadette, „Mutter Novizenmeisterin hat ja recht. Weil ich immer noch zu stolz bin. Aber ich werde an mir arbeiten und mich bessern!“
 
Bernadettes Prüfungen während der Klosterjahre gehörten sicher auch zum gottgewollten Lebensweg dieser Heiligen. Ihr Weg sollte in der Nachfolge Jesu ein Kreuzweg sein.


Eines Tages betrachteten Schwester Marie-Bernard und eine andere Mitschwester eine Photographie der Grotte von Lourdes. Sie unterhielten sich über die Gnaden der Marienerscheinungen und Marie-Bernard fragte:
 
„Was tut man mit einem Besen?“
 
„Welch eine komische Frag! Man braucht ihn zum Kehren!“
 
„Und nachher?“
 
„Dann stellt man ihn wieder an seinen Platz!“
 
„Wo ist sein Platz?“
 
„In der Ecke hinter der Türe!“
 
„Sehen Sie, das ist meine Geschichte. Die Jungfrau hat sich meiner bedient; dann wurde ich in die Ecke gestellt. Das ist mein Platz, da bin ich glücklich und da bleibe ich“
 
Dreimal in ihrem kurzen Leben erhielt sie die Letzte Ölung. Zum Asthma kamen andere Leiden: Lungentuberkulose, ein Krebsgeschwulst im rechten Knie......
 
Anfang des Jahres 1879 wurde Schwester Marie-Bernard immer leidender. Eine schleichende Knochentuberkulose fesselte sie ans Bett. Eine qualvolles Ringen mit dem Tod blieb ihr nicht erspart. – „Ich habe Angst“.
 
Am Mittwoch, den 16. April, verdoppelte sich ihre Schmerzen. Kurz nach elf Uhr, schien sie dem Ersticken nahe. Man trug sie in einem Sessel, die Füsse auf einer Stütze, vor den Kamin, in dem ein kräftiges Feuer loderte.
 
Bernadette (Ordensname: Schwester Marie-Bernard) starb nach einem langen schweren Todkampf gegen um 15.15 Uhr im Heiligkreuz-Krankenzimmer des Klosters Saint-Gildard: sie war damals 35 Jahre alt.
 
Mit Genehmigung der Zivilbehörden blieb der Leichnam der Bernadette bis zum Samstag, 19. April, zur Verehrung durch die Öffentlichkeit aufgebahrt.

 
Bernadette in ihrem Sarg, 1879.

 
Bernadette in ihrem Sarg, 1879
 


Dann wurde er „in einen Doppelsarg aus Blei und Eichenholz eingeschlossen, der vor Zeugen, die das Protokoll unterzeichnet hatten, versiegelt wurde“. Zu diesen Zeugen gehörten „der Friedensrichter Devraine und die Polizeibeamten Saget und Moyen“.

 
St-Jospehs-Kapelle im Klostergarten Saint-Gildard

 
St-Jospehs-Kapelle im Klostergarten Saint-Gildard
Hier wurde der Sarg 1879 eingebettet und war hier bis 1925.
 


Dreißig Jahre nach Bernadettes Tod, als man ihr Grab anlässlich des Seligsprechungsprozesses öffnete, fand man ihren Leichnam ohne die geringste Spur der Verwesung, während das Leichentuch vermodert und das Sterbekreuz verrostet waren.
 
Es folgte die: Wiedererkennung des Leibes – Exhumierung



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Erstellt von Familie Wimmer
Diese Seite wurde am 9. Februar 2008 erstellt.